Vom 24. bis 26. März 2009 galt Nürnberg wieder als der europäische Treffpunkt der Pflegebranche. Die Altenpflege+ProPflege, die zum 20. Mal stattfand, präsentierte sich einmal mehr als Leitmesse für rund 34.500 Entscheider und Pflegefachkräfte. Die sechs Hallen waren von rund 720 internationalen Ausstellern gefüllt, die innovative Produkte und Dienstleistungen aus allen Pflegebereichen vorstellten. Topaktuelle Fachkongresse, Fachforen für die verschiedenen Berufsgruppen und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm rundeten das jährliche Branchenhighlight ab.
Einen besonderen Schwerpunkt bildeten auch 2009 wieder die Ideen und Konzepte für die Zukunft der Pflege. Zufrieden zeigten sich die Veranstalter, Vincentz Network und NürnbergMesse, und sahen bestätigt, dass die Fachmesse gerade in der momentan schwierigen wirtschaftlichen Situation ein „Must have“ für all diejenigen ist, die die Zukunft der Pflegewirtschaft mitgestalten wollen.
Zufriede Stimmen auch auf Ausstellerseite
„Wir sind hochzufrieden! Unsere Erwartungen wurden bereits am ersten Tag übererfüllt”, äußert sich Christian Städtler, Medifox, begeistert. Auch Alexander Vögele, Hiller Objektmöbel, bescheinigt der Fachmesse ein positives Ergebnis: „Wir haben in 2009 etwas weniger Quantität festgestellt, dafür aber deutlich mehr Qualität.”
Für Günther Heil, Diakonie Neuendettelsau, ist bewiesen, dass die Wirtschaftskrise weitgehend am Altenpflegemarkt vorbeigeht: „Wir hatten extrem guten Zulauf und viele intensive Gespräche.” Die deutlich höhere Anzahl an Entscheidern, stellte Iris Christiansen, Dan Produkte, in den Mittelpunkt ihres Resümees: „An unseren Stand kamen viel mehr Entscheider von Trägern, als vor zwei Jahren.”
Besonders viel Lob erntete die das erste Mal verwirklichte Jobbörse. Georg Sigl, Pichlmayer, freute sich über die rege Nachfrage von Pflegehelfern bis Heimleitern und verspricht sich viel aus den zahlreichen Gesprächen.
Bayerns Sozialministerin zu Besuch auf der Fachmesse
Christine Haderthauer, die Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, äußerte im Anschluss an ihren Besuch auf der Fachmesse ihre Begeisterung über die innovativen Lösungen und die Vielseitigkeit der Produkte. Gleichzeitig mahnte Frau Haderthauer, dass die Arbeit am Menschen generell einen höheren Stellenwert bekommen solle. „Menschen, die auf dem Bau oder am Fließband arbeiten, verdienen mehr Geld als Menschen, die in der Pflege arbeiten. Was ist uns die Arbeit am Menschen wert?“ Und letztlich sollten auch alle bereit sein, dafür mehr zu zahlen. Dies sei auch eine Antwort auf den Fachkräftemangel in der Branche.
Preisverleihungen auf der Messe
Der erstmals ausgelobte “Altenheim Zukunftspreis 2009" der Zeitschrift Altenheim ging an das "CBT-Wohnhaus Emmaus" in Bonn. Dort hat man sich die verbesserte Betreuung der Bewohner in der letzten Lebensphase zum Ziel gesetzt und ein integriertes Hospizkonzept auf den Weg gebracht.
Der „Altenpflegepreis 2009“ der Fachzeitschrift Altenpflege ging an das Pflegeteam des Seniorenzentrums „St. Markus“ in Hamburg. Die Mitarbeiter erhielten die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr Projekt zur Entwicklung eines Schmerzmanagements.
Der Pflegemarkt in Zahlen
2,25 Millionen pflegebedürftige Menschen gibt es derzeit in Deutschland. Eine Zahl, die sich laut Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft bis 2050 fast verdoppeln wird. Im gleichen Zeitraum soll sich die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten in der Pflege verdreifachen, und zwar auf bis zu 1,6 Millionen. Dabei ist die Rede von Pflegedienstleitungen, hochqualifiziertem Pflegepersonal, examinierten Pflegefachkräften und Pflegehelfern. Dieser Bedarf übersteigt die nachwachsende Zahl von examinierten Fachkräften deutlich.

