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21.12.2007
  Der Wohnungsbau ist der Bremsklotz der Baukonjunktur � aber dennoch erwartet die Bundesvereinigung Bauwirtschaft ein Umsatzwachstum von 2,1 Prozent.
bildlinks Das deutsche Bau- und Ausbauhandwerk blickt einigermaßen zuversichtlich nach vorne. Dies erklärte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, die die Interessen von rund 300.000 Betrieben mit 2,7 Mio. Beschäftigten vertritt, Karl-Heinz Schneider, anlässlich der Jahrespressekonferenz in Berlin. Einschränkend fügte er allerdings an: "Im Wohnungsneubau sind massive Verschlechterungen zu befürchten, so dass diejenigen Unternehmen, die hier ihren Schwerpunkt haben, wesentlich pessimistischer sind."

Die deutsche Bauwirtschaft geht von einem Umsatzwachstum für das Baugewerbe insgesamt von 2,1 % aus, wobei die Sparte Energie- und Gebäudetechnik mit rund 3 % den stärksten Zuwachs ausweisen dürfte, gefolgt vom Ausbaugewerbe mit 2 % und dem Bauhauptgewerbe mit nur 1,2 %. Der Beschäftigtenzuwachs wird bei 15.000 Arbeitsplätzen (d.s. 0,6 %) liegen. Derzeit sind 2,715 Mio. Menschen im Baugewerbe beschäftigt.

Für 2007 erwartet die Bauwirtschaft einen Branchenumsatz von 176,3 Mrd. Euro. Das ist ein Plus von 2,5 %. Auch 2007 verzeichnet der Bereich Energie- und Gebäudetechnik mit 3,8 % den stärksten Zuwachs. Die Zahl der Beschäftigten ist um 26.000 (= 1 %) von 2,689 Mio. auf 2,715 Mio. gestiegen.

Die Bauinvestitionen liegen bis einschließlich 3. Quartal mit real 4,1 % im Plus. Bei den Wohnbauten liegt der Zuwachs bei lediglich 2,3 %, im gewerblichen Bau bei 6,5 % und in der volumenschwächsten Bausparte, dem öffentlichen Bau, bei 7,1 %. "Damit ist der Wohnungsbau der Bremsklotz der Baukonjunktur geworden." Erläuterte Schneider die Situation. Die Auftragsbestände liegen in den ersten drei Quartalen um 9,9 % unter dem Vorjahreswert. Auch die geleisteten Arbeitsstunden und der Umsatz weisen im Wohnungsbau mit minus 6,2 % bzw. 5,6 % eindeutig nach unten.

"Alles in allem können die Mitgliedsunternehmen der Bundesvereinigung Bauwirtschaft auf eine wirtschaftliche Stabilisierung im Jahr 2007 setzen. Für 2008 sind die Erwartungen zurückhaltend optimistisch. Hier stehen die Chancen für die Unternehmen, die ihre Auftraggeber vornehmlich im gewerblichen Bereich haben, günstiger als die derjenigen, die Aufträge im öffentlichen Hochbau akquirieren. Für den Wohnungsneubau sind weitere Auftrags- und Umsatzrückgänge unvermeidlich." Erklärte Karl-Heinz Schneider.

Schneider begründete die Lage im Wohnungsbau mit den schlechten Zahlen der Baugenehmigungen: Wurden in den Jahren 2000 bis 2006 durchschnittlich 11.500 Einfamilienhäuser pro Monat genehmigt, so liege diese Zahl in den ersten zehn Monaten 2007 bei nur noch 6.646 (= - 37,6 %). Auch im Mehrfamilienhausbau lägen die Genehmigungen bisher unter dem Vorjahresniveau. Hier seien Bauanträge für annähernd 50.400 Wohnungen genehmigt worden, was etwa 8.000 weniger als vor einem Jahr (= - 13,7 %) gewesen seien.

"Wir alle wissen, dass Baugenehmigungen Frühindikatoren für zukünftige Aufträge im Hochbau sind, daher rechnen wir damit, dass die Umsätze im Bauhauptgewerbe im Wohnungsbau im kommenden Jahr um 9,5 % zurückgehen werden." So Schneider. Schneider begrüßte daher die Einigung der Großen Koalition zum sog. Wohn-Riester. Allerdings warnte er vor übertriebenen Erwartungen: "Dazu laufen die Riester-Verträge bisher zu kurz, als dass insbesondere die mittleren Einkommens-gruppen Kapital in nennenswerten Umfang hätten ansparen können. Gerade diese Haushalte sind aber von der Streichung der Eigenheimzulage besonders betroffen."

Auch kritisierte er die Regelung, dass 25 % des angesparten Kapitals im Vertrag belassen werden müssten. "Das ist reine Willkür und sachlich nicht zu begründen. Hier sollte man dem Sparer die Entscheidung überlassen."

Schneider abschließend: "Als mittelständisches Bau- und Ausbaugewerbe setzen wir neben Wohn-Riester auch auf die Klimaschutzmaßnahmen, um Impulse für mehr Investitionen zu bekommen."


Artikel erschienen am 20.12.2007 bei Haustechnikdialog.
http://www.haustechnikdialog.de/artikel.asp?id=8428